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Mittwoch nach Reminiscere

Jan Richer & Sören Engler // Tischreden: Vom Fasten

Tischreden: Vom Fasten

von Jan Richer & Sören Engler

Szene 1
Jan Richer und Sören Engler
J: “Alter, ist nicht wieder Fastenzeit?”
S: “Jo, hast Recht. Aber ist das nicht was katholisches?”
J: “Ne, es gibt doch auch dieses ‘Sieben Wochen ohne’ bei den Evangelischen!”
S: “Ist das auch Fasten?”

Szene 2
Jan Richer
“Jep! In beiden Konfessionen, evangelisch wie katholisch, ist Fasten ein Thema der sogenannten Passionszeit.
Aber: Das Fasten ist keine Erfindung des Christentums: Seine Geschichte reicht viele Jahrtausende zurück und wird auch in anderen Kulturen und Religionen betrieben und ganz unterschiedlich praktiziert: Im Hinduismus, Judentum, Islam…Und gefastet werden kann alles: Nahrung, Genussmittel, Sex. Auch die Ziele sind unterschiedlich: innere Reinigung, Buße, Besänftigung der Gottheit…
Die frühen Christen orientierten sich an der jüdischen Praxis: Das Streben nach Reinheit vor Gott. Und über Jahrhunderte wurde festgelegt, in welchen Zeiträumen gefastet wird und worauf man verzichten soll. Fleisch, Eier, Milchprodukte, aber auch Pflanzenöl und… Alkohol.”

Szene 3
Jan Richer und Sören Engler
S: “Boah, auf was muss man denn jetzt alles verzichten?”
J: “ Pfff.. also auf jeden Fall auf Burger”
S: “Nur Burger, das könnte ich mir ja noch vorstellen!”
J: “Naja, vielleicht sollte man schon noch auf mehr verzichten.”
S: “Hast du doch gehört: Fleisch, Eier, Milch…”
J: “…Und auf Bier!”
S: “Puh. Bringt mir das denn irgendwas vor Gott?”

Szene 4
Sören Engler
“In der Fastenzeit möchte ich mich Gott näher fühlen. Ich möchte sicher sein, dass er an meiner Seite ist. Und doch faste ich nicht, um Gott etwas zu beweisen. Sieben Wochen auf etwas zu verzichten, das heißt den Blick wieder zu öffnen. Für das, was mir wirklich wichtig ist.

Es ist also mehr als Erfahrung zu sehen. Worauf kann ich verzichten? Was brauche ich zum Leben wirklich? Ich darf wieder einmal wahrnehmen, was mir im Überfluss gegeben ist. Das kann der herzhafte Burger sein. Oder das Bier, das ich beim Feierabend mit einem guten Freund genieße.

Ich sehe also genauer hin. Ich erinnere mich. Was wird mir wirklich geschenkt. Auch das bedeutet fasten.

Paulus schreibt: „Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren!“

Ja, Gottes Liebe ist bedingungslos. Wir müssen nicht fasten, um ihm zu gefallen. Wir dürfen im Fasten wieder wahrnehmen, was genug ist. Deine Gnade ist genug für uns Gott. Darauf können wir vertrauen. Du sorgst für uns. Das zu erkennen. Das ist für mich Fasten.”

Amen

 

Jan Richer & Sören Engler

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