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Taalke Wilken // Das Paradies ist abgebrannt

Alles, was noch übrig ist, sind ausgebrannte Zirkuswagen und verkohlte Holzplanken. Ein Lebenskünstler hatte einen Ort geschaffen, den es jetzt nicht mehr gibt.

Er lebte den Traum einer besseren Welt mitten in der Stadt auf einer Baustelle. Dort hatte er sein Paradies der Liebe geschaffen. An diesem Ort werfen Menschen sonst nur ihren Müll ab. Er hat ihn als paradiesischen Lebensraum gestaltet.

Sich selber sieht er als eine Art Liebesbeauftragter. Alle Dinge in seinem Leben möchte er aus Liebe tun. Gastfreundlich sein, Menschen in sein Paradies aufnehmen.

Dieser Ort hat unterschiedlichste Menschen angezogen. Nicht mit allen kam dieser außergewöhnliche Mann gut aus. Auch in den Jahren davor gab es schon Probleme, mit denen er umgehen musste. Doch nun steht er vor einem Haufen abgebrannter Asche. Das  Paradies ist abgebrannt – Ist jetzt alles gescheitert?

In der Fastenzeit denke ich an biblische Geschichten vom Scheitern. Die Menschen, die bei Jesus am Kreuz stehen, sehen nur das Scheitern.

Doch Gott hat mit diesem Moment die Welt verändert. Die Liebe bleibt.

Auch im eigenen Versagen bleibt Gottes Liebe. Wenn unser eigenes Paradies abbrennt, kann mit Gottes Hilfe etwas Neues entstehen. So wie Jesus erzählt, dass ein Weizenkorn in der Erde erst sterben muss, um neue Frucht zu bringen.

Der Lebenskünstler aus Köln hat sein Paradies nicht mehr – und doch hat er neue Aufgaben gefunden. Zuletzt hat er einen Menschen im Alter und im Sterben begleitet. Dabei hat er sich eins erhalten: Alles aus Liebe zu tun.

Das Paradies ist abgebrannt, doch aus der Asche entsteht Neues.

Vikarin Taalke Wilken

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