Okuli

Yoo-Jin Jhi

Ich schrei!
Als Baby, lauthals aus tiefster Kehle! Sooo laut! So ehrlich! Papa und Mama sind sofort da! Sehen nach mir!

Ich schrei!
Als 6-Jähriger, sehr bestimmt und wütend! Ich will diesen Lolly! Alles andere ist mir egal! Mama ist gemein!

Ich schrei!
Als Teenager, zornig, enttäuscht, rebellisch! Ich will auf diese Party! Alle gehen auf diese Party! Meine Eltern, aaaaaahhh!!!!!

Früher, da war mir das egal, was die anderen denken. Ich habe geschrien, wenn mir etwas nicht gepasst hat. Ich war quengelig, wütend, enttäuscht, traurig. Und heute? Heute traue ich mich nur noch zu schreien, wenn andere es tun! Auf einer Party, im Fußballstadion oder auf Demonstrationen! In der Menge schreit sich’s halt leichter!

Was verdammt nochmal ist passiert? Wo ist der berechtigte Zorn, die ehrliche Wut und die ausdrucksstarke Enttäuschung? Wenn ich im Job versage, wenn ein geliebter Mensch stirbt, wenn ich verlassen werde. Ich bin traurig, wütend oder erbost!

Schrei doch! Und doch, tu ich das oft nicht! Was stimmt denn nicht mit mir??! Sei kein Feigling, du hast doch eine Stimme! Ich will doch, aber halt: Schreien gehört sich nicht! Alle gucken auf dich! Was die wohl über dich denken? Hilfe, ich werde verurteilt! Und hier steh ich nun! Und schreie Dich an! Darf ich das? Ja, zum Teufel nochmal! Ich darf das! Ich stehe hier und schrei dich an! Du hörst mich, du verurteilst mich nicht, Gott! Ich danke dir!

Vikar Yoo-Jin Jhi

Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien.

Psalm 34,16

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