Mittwoch nach Laetare

Julia Krohmer

Brumm, brumm, Schädel brummt.

Ich lebe immer schneller, tanze zirkulär auf einem Wellenritt, ein rascher Schritt rein

in das Muss-Wollen, Muss-Sollen, fake faces, Spiegelblick, sehne mich

nach…

Fensterglas kühlt den Kopf, krame in der Tasche nach dem Zeitlupenknopf:

Gib mir kein` Stress, kein Muss, easy stuff, kein` Druck! Schließ` die Augen, Zugrauschen

– Cut –

Eine Stimme in den Ohren bringt die Stille voll zum Dröhnen:

Du musst sterben, um zu leben – eine Atempause lang.

Augen fest geschlossen, Ohren vollgedröhnt, hinter der Fassade tiefste Tiefen, höchste Höh`n. Ich fliege, falle, stürze tief bis unter`n Meeresspiegel. Nicht bewegen, Kopfrauschen, Körper schwer wie ein Ziegel.

Steinerne Lähmungen in der Schwerelosigkeit. Kann nicht atmen, gib mir Leben, denn ich bin noch nicht bereit! Ich will mehr sein, mehr sein als nur ein Augenblick, ein Moment

– Cut –

Herzschlag, Herz rast, rush hour, Pulsschlag, Venen voll Adrenalin pochen bis zum Anschlag. Stimme in den Ohren bringt die Stille voll zum Dröhnen:

Du musst sterben, um zu leben – eine Atempause lang.

Atempause ausgehalten, aus den Tiefen hochgestiegen, tropfende Tränen rinnen auf triefend nasser Haut – egal.

Ich kann Luft holen, spüren, leben, lieben, meine Lungen füllen sich erneut zum aller ersten Mal.

Rhythmisch rasend rattern Räder, Zug rauscht durch die Stadt.

Ich fühle, dass ich lebe, war nur tot für eine Nacht.

Zeitlupenknopf off, Augen auf, Kopf hoch, rosa Wolken, Himmel brennt und Marteria singt: Wir bleiben wach, bis die Wolken wieder lila sind, lila sind, lila sind, lila sind.

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

Johannes 12,24

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