Mittwoch nach Reminsicere

Henrik Heinicke

„Hat jemand Feuer?“ Unerschrocken schaut Walt Kowalski in die Runde. Ein Dutzend Gewehrläufe sind auf ihn gerichtet. Der Automechaniker hat sich mit einer Verbrecherbande angelegt. Sie treibt in der Vorstadt ihr Unwesen. Auch seine Nachbarn Thao und Sue haben sie ins Visier genommen. Walt Kowalski fordert die Bande heraus. „Thao und Sue finden keinen Frieden in der Welt, solange sich diese Gang hier herumtreibt“. Showdown. Entschlossen greift Walt Kowalski in seine Manteltasche.

Die Ganoven befürchten, er würde einen Revolver zücken. Sie eröffnen das Feuer. Der unbewaffnete Walt Kowalski sinkt in sich zusammen. Aus seiner Manteltasche fällt ein silbernes Feuerzeug auf den Asphalt. Polizeisirenen ertönen. Die Verbrecher werden festgenommen. Thao und Sue können wieder ohne Angst in die Zukunft blicken.

Vor zehn Jahren kam „Gran Torino“ in die Kinos. Der Film mit Clint Eastwood in der Hauptrolle hat mich wahnsinnig beeindruckt. „Gran Torino“ findet starke Bilder für das, was ich eigentlich unbegreiflich finde: Einer opfert sich, damit andere leben können. An und für sich ist Walt Kowalski kein religiöser Mensch. Ganz im Gegenteil. Der Priester kann ihm mit Gott und der Kirche gestohlen bleiben. Letztlich wird er jedoch selbst zu einer Art Christusfigur. Er setzt sein Leben aufs Spiel, um Thao und Sue aus den Schlingen der Verbrecherbande zu retten. Walt Kowalski stirbt im Kugelhagel. Sein Tod verändert etwas. Ich bekomme eine Gänsehaut. Großes Kino. Damals, wie heute.

Vikar Henrik Heinicke

Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.

Römerbrief 5,9

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