Karfreitag

Ann-Karin Wehling

„Maria, das wird schon wieder. Komm, lass uns gehen.“

„Das ist doch Schwachsinn. Das glaubst du doch selbst nicht. Das wird schon wieder? Ist das dein Ernst?

Er ist tot. Mein Sohn ist tot. Schau hin. Da hängt er am Kreuz. Wir haben es doch gerade gesehen, wie sie ihn festgenagelt haben. Und jetzt kommst du mit deinem „es wird schon wieder“.
Das ist doch Mist. Es ist vorbei. Denkst du, „es wird schon wieder“ macht irgendwas besser? Tut es nicht. Wie auch? Er ist tot. Das lässt sich nicht ändern oder schönreden.

Willst du mich trösten? Oder weißt du einfach nicht, was du sagen sollst?
Dann sag doch lieber gar nichts. Oder sag mir, dass du selbst sprachlos bist. Dass du auch nicht verstehst, was passiert ist. Sag mir, dass du entsetzt und traurig oder wütend bist und deshalb keine Worte findest. Ich weiß doch auch nicht, was ich sagen soll.
Ich sehe es. Ich sehe ihn da hängen, aber ich verstehe es nicht. Sag mir, dass du nichts sagen kannst, was es besser macht. Hör mir zu, auch wenn ich Unsinn rede. Halt mich aus. Aber sag mir nicht, dass es schon wieder wird. Denn das will ich nicht hören. Bleib bei mir. Lass mich einfach sein, wie ich gerade bin.“

Vikarin Ann-Karin Wehling

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Johannes 3,16

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