Palmarum

Inken Richter-Rethwisch

An diesem Palmsonntag strahlte die Sonne über Rom. Ziellos schlenderten wir durch die Straßen. Aus einer kleinen Kirche hörten wir Gesänge. Sie zogen uns magisch an. Im Inneren der Kirche fanden wir uns zwischen Palmzweigen, heiteren Gesichtern und hoffnungsvollen Liedern wieder. Gesungen wurde auf französisch. „Jesu le Christ lumiere interieure, ne laisse pas mes tenebres me parler.

Christus dein Licht erleuchte unser Inneres, lasse nicht zu, dass das Dunkel zu uns spricht. Und während wir so sangen, wurden wir zu einer Gemeinschaft. Warm und verbindend. Hell und licht. An einem anderen Ort, mit völlig fremden Menschen und in verschiedenen Sprachen. In mir kam plötzlich eine Sehnsucht auf. So soll es immer sein: Dass kein Dunkel unsere Gemeinschaft verdüstert. Dass der Gesang so innig bleibt. Nicht vom Hosianna ins Kreuzige wandert. Dass die Gemeinschaft keine Risse bekommt….

Ich musste wohl für einen Moment die Augen geschlossen haben. Als ich aufblickte, stand ein kleines Mädchen mit Palmzweig vor mir. Sie drückte ihn mir in die Hand.

Noch heute steht dieser Palmzweig in einer kleinen Vase auf meinem Schreibtisch. Er ist inzwischen vertrocknet. Aber er wird mich immer an diese Sehnsucht erinnern.

Studienleiterin Innen Richter-Rethwisch

Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!

Lukas 12,12.13

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